La terra trema
© Ishikawa

#WundeErde #TerraFerita

Italien ist eines der am meisten von Erdbeben betroffenen Länder Europas. Erdbeben unterschiedlicher Stärke erschüttern das Leben und die Landschaft der kleinen und großen Gemeinschaften: Norcia. Amatrice. Friaul. Irpinien. Gibellina. Reggio. Messina, und das Noto-Tal: Seit Jahrhunderten fügt die Erde dem Land Verletzungen zu und ist seinerseits verletzt. Im Rahmen der Reihe „Die Wunde Erde“ berichten Schriftsteller, Architekten, Urbanisten, Seismologen, Künstler, Ethno-Anthropologen und Philosophen über ihr Engagement und ihre Bemühungen, Zeugnis abzulegen, zu reflektieren, zu heilen und auf die offenen Wunden hinzuweisen, die die Erde in unserer Lebenswelt und den existentiellen, urbanen, sozialen und produktiven Zusammenhängen, in unserer Wahrnehmung der Orte und unserem Dasein auf der Erde hinterlässt.

Kurator

Mario Marino (Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg) Während der Öffnungszeiten der Ausstellung SEQUENZA SISMICA (24.10.–19.12.) im Rahmen von #WundeErde zeigen wir den Film La terra trema von Mario Martone.

Ausstellung vom 24. Oktober bis 19. Dezember 2019

„SEQUENZA SISMICA“

Projekt von FONDAZIONE MODENA ARTI VISIVE.

Kuratoren: Filippo Maggia und Teresa Serra, in Zusammenarbeit mit Daniele Ferrero. Öffnungszeiten: Bis 19.12.2019 Mo, Di, Fr 10.00-14.00, Mi, Do 10.00-16.00 und während der Abendveranstaltungen.

Führungen mit Ivan Brambilla: Mo 04. 11. / Mo 02. 12., jeweils 17.30 Uhr. Anmeldung erbeten: antwort.iicberlino@esteri.it

La terra trema

© Kikuchi

Vom 24. Oktober bis 19. Dezember zeigen das Italienische Kulturinstitut Berlin und die Fondazione Fotografia Modena die Ausstellung Sequenza Sismica, kuratiert von Filippo Maggia, Teresa Serra und Daniele Ferrero. Die Ausstellung umfasst die Werke von sieben internationalen Fotografen, die mit ihrer Kamera in der Emilia-Romagna und in Zentralitalien unterwegs gewesen sind, um einen persönlichen Weg zu finden, die Erdbeben, die diese Regionen zwischen 2009 und 2016 getroffen haben zu „erzählen“: eine Reihe verschiedener Ereignisse, die durch ihre Bilder in einer einzigen und choralen Dimension vereint werden, trotz der unterschiedlichen Perspektiven, die jeder Künstler eingenommen hat.

Die stechenden Schwarzweißbilder von Olivier  Richon und die schweigsamen Landschaften von Hallgerour Hallgrímsdóttir, die klaren Bildausschnitte von Naoki Ishikawa, das überlegte Chaos der Kompositionen von Tomoko Kikuchi, die tauben und lakonischen Orte von Eleonora Quadri, die eindringlichen Shots von Valentina Sommariva und die genauen Formspiele, die die Kompositionen von Alicja Dobrucka beherrschen: die mehr als 90 Fotografien von Sequenza Sismica zeigen spezifische Orte und Situationen, aber sie sind der Spiegel eines prekären und fragilen Zustandes, in dem sich die ganze Menschheit wiedererkennen kann. Viele Fragen haben die Künstler im Laufe ihrer Mission begleitet: seit wann ist die Natur unser fürchterlichster Feind? Was passiert mit einem, wenn man alles verloren hat? Wo und wie kann man mit dem Wiederaufbau beginnen? Und wie weit kann man gehen, wenn man das Leiden der betroffenen Gemeinschaften fotografiert?


Veranstaltungen

Mo 11. November – 18.00 Uhr Italienische Botschaft, Tiergartenstraße 22

“LA NOTTE NON FA PIÙ PAURA”
(R. Marco Cassini, I 2016, 65’, OmeU)

Film und Diskussion

Grußwort: S.E: Luigi Mattiolo. Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Marco Cassini und dem Schauspieler Stefano Muroni.

Das Erdbeben in der Emilia 2012 hat vor allem auch die Fabriken getroffen, und Opfer waren vor allem Arbeiter: Personen aus Süditalien, aus dem Ausland und auch aus der Provinz selbst, die gekommen sind, um zu arbeiten. Begraben unter den Trümmern der Werkhallen und Fabriken, haben sie, deren Leben ohnehin prekär, frustrierend und mühselig war, einen hohen Preis gezahlt.

In Zusammenarbeit mit der Italienischen Botschaft. Auf Italienisch mit Simultanübersetzung. Begrenzte Plätze, Anmeldung erforderlich – ab dem 01.10 über eventbrite: https://lanottenonfapiupaura-film.eventbrite.de Aufgrund der Sicherheitskontrollen am Eingang bitten wir um rechtzeitiges Erscheinen. Für den Einlass ist das Vorzeigen eines gültigen Lichtbildausweises notwendig. Rucksäcke und große Taschenwaren müssen an der Garderobe abgegeben werden.


Mi 13. November – 19 Uhr Libreria Mondolibro, Torstraße 159, Berlin-Mitte

UNA YURTA SULL’APPENNINO

Buchvorstellung und Lesung mit dem Autor Marco Scolastici

Marco Scolastici stößt als Student in einer römischen Bar auf eine Fotografie der Hochebene in den Marken, wo sein Urgroßvater gelebt und gearbeitet hatte. Keine Woche später bricht er aus der Hauptstadt auf zum urgroßväterlichen Haus und Land in den Bergen und beginnt es wieder zu bestellen. Er ist auf einem guten Weg, als 2016 die Erde bebt. Marco aber verlässt seine Tiere und sein Land nicht, stellt eine Yurte neben dem nicht mehr bewohnbaren Haus auf und beginnt einen Neuanfang.

Moderation: Mario Marino. In Zusammenarbeit mit der Libreria Mondolibro. Auf Italienisch.


Sa 16. November – 11 Uhr IIC Berlin

WENN DIE ERDE BEBT – TREMA LA TERRA

11.00 Uhr Veranstaltung für Kinder von 6 bis 12 Jahren

Führung mit Eva Spagna durch die Ausstellung SEQUENZA SISMICA

Was passiert, wenn die Erde bebt? Was kann man tun? Was zeigen die Künstler in der Ausstellung? Anmeldung erbeten bis 14. 11. – antwort.iicberlino@esteri.it. Auf Italienisch.


Mo 18. November – 19 Uhr IIC Berlin

WISSENSCHAFT UND PRÄVENTION

Vortrag von Angelo Strollo (Helmholtz-Zentrum Potsdam– Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ)

Warum hat Italien ein vergleichsweise hohes Erdbebenrisiko und warum richten Erdbeben in Italien immer noch große Schäden an? Was leistet die Wissenschaft und welche Technologien stehen für die Prävention zur Verfügung? Ausgehend vom Standpunkt, dass nicht die Erdbeben der Grund für die Schäden sind, sondern unsere Bauten und Konstruktionen, geht Strollo diesen Fragen nach.

Einführung Mario Marino. Auf Italienisch mit Simultanübersetzung.


Mo 25. November – 19 Uhr IIC Berlin

REKONSTRUKTION, RESTAURIERUNG, WIEDERAUFBAU?

Podiumsdiskussion mit Annegret Burg (Fachhochschule Potsdam), Davide Lacagnina (Università degli Studi di Siena),

Francesco Erbani (Journalist) und Giovanni Pietro Nimis (Architekt, Udine)

Mit Bezug auf die zum Teil heftig geführten Debatten in den italienischen Medien anlässlich des 20. Jahrestages des Erdbebens von Gibellina auf Sizilien über die Rolle der Gegenwartskunst und -architektur beim Wiederaufbau von Städten, sollen kritische und bislang nicht gelöste Problempunkte diskutiert werden.

Moderation: Michela De Riso. Auf Italienisch und Deutsch mit Simultanübersetzung.


Mo 02. Dezember – 19 Uhr IIC Berlin

LEBENSERFAHRUNG ERDBEBEN
Eine Philosophie der Katastrophe

Vortrag von Andrea Tagliapietra (Università Vita-Salute San Raffaele di Milano)

Der Begriff Katastrophe bezeichnet die Erfahrung einer plötzlichen und desaströsen Veränderung des Zustands der Dinge. Erdbeben zeigen ein authentisches Antlitz der Katastrophe als Erfahrung, sich in der Gewalt unermesslicher, chaotischer Kräfte zu befinden, und, obwohl heute die Ursachen erklärbar sind, sind Erdbeben immer noch nicht vorhersehbar und also in letzter Instanz zufällig. Die Katastrophe stellt uns auf die Probe: Gibt es einen Sinn im Ganzen, eine Ordnung?

Einführung: Mario Marino. Auf Italienisch mit Simultanübersetzung

www.iicberlino.esteri.it

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