Perfect Reflection © Tom Jacobi SrCA
Perfect Reflection © Tom Jacobi SrCA
© Tom Jacobi SrCA

Crack Crack © Tom Jacobi SrCA

Fast zwei Jahre lang bereiste Tom Jacobi sieben Kontinente und suchte nach archaischen Landschaften, die entweder durch ihre Helligkeit dominieren oder sich in einzigartigen Momenten zum Licht hin öffnen. Die Fotografien für »Into the Light« versinnbildlichen, dass der Mensch, aus der Dunkelheit kommend, in seiner Suche nach einem Sinn des Lebens dem Licht entgegen strebt. Der Blick empor zur Sonne erfüllt uns mit der hellsten aller Farben: Weiß.

Fairy Forest © Tom Jacobi SrCA

Fairy Forest © Tom Jacobi SrCA

Im Spektrum der Farben nimmt Weiß eine besondere Stellung ein. Weiß ist, wie Schwarz und Grau, eine „unbunte“ Farbe. Im Grunde ist sie gar keine Farbe; oder anders gesagt: Weiß ist die Summe aller Farben, die Summe aller Wellenlängen im sichtbaren Bereich. Damit ruft sie denselben Farbeindruck hervor wie Sonnenlicht. Es gibt kaum einen Zusammenhang, in dem Weiß negativ angesehen wird. Dies kommt nicht zuletzt daher, dass die Farbe oft im Zusammenhang mit ihrem Gegenpol Schwarz steht. Weiß empfinden wir als positiven Blick ins Helle, während Schwarz als negativ mit dem Blick ins Dunkle assoziiert wird. Weiß ist die Bejahung, Schwarz die Verneinung. Weiß hat etwas Reines, Makelloses. Es ist Sinnbild von Transparenz und Transzendenz.

In ihrer Reinheit, gleißenden Helligkeit, Magie und Symbolik übt die Farbe Weiß auf Menschen seit jeher eine große Anziehungskraft aus. Sie ist aus der Menschheitsgeschichte, aus allen Religionsrichtungen, Weltanschauungen und der Natur nicht wegzudenken: Bei den alten Ägyptern war Weiß die Farbe der Freude. Als »ein Kind der weißen Henne« bezeichneten die Römer jemanden, der immer Glück hatte. Im Buddhismus ist die weiße Lotusblüte das Symbol der Erleuchtung. »Gott sprach: Es werde Licht« ist Ursprung des christlichen Glaubens.

Tom Jacobis Aufnahmen zelebrieren das Streben nach Licht auf beeindruckende Weise: Monumental, magisch, als das Gegenteil von Schwarz, als Licht gegenüber dem Nichts und dem Chaos. Seine zum Teil abstrakten, unwirklichen Bilder der Natur entfalten zeitlose Kraft und bieten Raum zur Kontemplation.

Zur Galerie
La galleria di Berlino © SR Contemporary Art

La galleria di Berlino © SR Contemporary Art

SR Contemporary Art wurde 2001 von Sabrina Raffaghello in Mailand als Plattform für die Ausstellung zeitgenössischer und historischer Positionen in der italienischen Fotografie gegründet. Seither hat SR die Möglichkeiten für internationale Künstler erweitert, die in den Bereichen Fotografie, Multimedia und visuelle Kunst arbeiten. Dabei bleibt sie der ursprünglichen Kernversion treu. Hat internationalen Künstlern, die in den Bereichen Fotografie, Multimedia und visuelle Kunst arbeiten, neue Möglichkeiten eröffnet. Im Jahr 2017 verlegte die Galerie ihren Sitz von Mailand nach Berlin. Berlin wurde in der Tat als ein privilegierter Ort im Vergleich mit dem internationalen Markt und unter den verschiedenen europäischen Seelen, sowie für die Art der Kreuzung der kulturellen Ströme zwischen Ost und West, zu denen die Galerie historisch verbunden ist, gewählt. Gleichzeitig bedeutet Berlin aber auch, dass er immer ein offenes Auge auf eines der wichtigsten Laboratorien der künstlerischen Tendenzen der Welt hat – ein wahrer Wegbereiter für die Ausarbeitung und Produktion zeitgenössischer Sprachen.

Zum Autor
Black Line II © Tom Jacobi SrCA

Black Line II © Tom Jacobi SrCA

Tom Jacobi begann seine Karriere 1976 im Genre der Porträtfotografie, wobei sein Schwerpunkt auf dem Porträtieren führender deutscher Politikern lag, darunter u.a. Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl. 1977 wechselte er zum »Stern«, für den er bis 1986 als Fotograf tätig war. Insgesamt erschuf er für das Magazin 29 Titelbilder und gewann für seine prägende Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, u.a. des Art Directors Club. In den folgenden 14 Jahren war Tom Jacobi als freier Fotograf tätig, arbeitete für Magazine wie »Vogue«, »Amica« und »The New Yorker« und kreierte zahlreiche Mode- und Werbekampagnen. Im Jahr 2000 kehrte er als Art Director und Mitglied der Chefredaktion zum »Stern« zurück. Seine im gleichen Jahr fertiggestellte Ausstellung »Wo Gott wohnt« wurde international präsentiert, u.a. im »Museum für Kunst und Gewerbe« in Hamburg. Das gleichnamige Fotobuch avancierte schnell zu einem Bestseller. Im Jahr 2005 gründete er das Magazin »View«, für das er bis 2008 als Chefredakteur tätig war. Seitdem ist Tom Jacobi als Fotokünstler tätig.

Die Tom Jacobi Into The Light findet vom 11. April 2019 bis zum 20. Mai 2019 mit einem Eröffnungsempfang am Mittwoch, den 11. April von 18 bis 21 Uhr statt.

Diese Sonderausstellung für das Gallery Weekend, die in der SR Contemporary Art in Berlin stattfindet kuratiert von Gert Elfering und Sabrina Raffaghello.

Wann: vom 11. April bis zum 20. Mai

Wo: Sr Contemporary Art

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