Autismo

Beim nächsten monatlichen Treffen der Artemisia e.V. Inklusion für Alle am Dienstag, 2. April, und AWO laden zum Themendialog ein: Autismus und Asperger-Syndrom. In unserem Verein gibt es Eltern, die Kinder mit Autismus haben und wissen möchten, wie das deutsche Inklusionssystem funktioniert. Bei dieser Gelegenheit sprechen wir mit Fachleuten auf diesem Gebiet und mit Eltern, die uns von ihren persönlichen Erfahrungen mit ihren Kindern berichten.

Ich habe Vanessa Thauer, Sozialarbeiterin und Pädagogin, interviewt, die mit uns über ihre Berufserfahrung in diesem Bereich sprechen wird.

Autismo

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Wie lange arbeiten Sie mit Menschen, die von einer Autismus Spektrum Störung betroffen sind?
Ich arbeite seit Februar 2008 mit autistischen Kindern und Erwachsenen. Bis Juni 2017 war ich als Einzelfall-und Familienhelferin bei der Lebenshilfe BAB angestellt und habe dort hauptsächlich mit autistischen Kindern gearbeitet. Seit 2009 betreue und leite ich Reisen von der Lebenshilfe FED, auf den Reisen sind häufig Teilnehmer, die von einer Autismus Spektrum Störung betroffen sind.

In welcher Altersgruppe waren die Menschen, mit denen sie gearbeitet haben?
Die Altersgruppen waren unterschiedlich, der älteste Autist, war 50 Jahre und wurde im Rahmen einer Reise betreut. Einen Jungen mit Asperger-Syndrom habe ich über 8 Jahre als Einzelfall bei der Lebenshilfe betreut und in der Entwicklung begleitet, über 5 Jahre ein autistisches Mädchen betreut, von 10 bis 15 Jahren. Außerdem habe ich frühkindliche Autisten betreut im Alter von 5 Jahren.

Haben Sie spezielle Fortbildungen besucht, für Ihre Arbeit mit Autisten?
Ich habe Weiterbildungen besucht, z.B. methodische, wie TEACCH und ABA, zur gestützten Kommunikation, zur Ernährung bei Autismus und zu herausforderndem Verhalten.

Autismo

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Wie haben Sie Ihre Arbeit gestaltet, welche Aspekte haben Sie besonders interessiert?
Menschen, die von einer Autismus Spektrum Störung betroffen sind, brauchen Struktur, klare Regeln und Absprachen. Ich mag die Herausforderung, dass jeder individuell ist und unterschiedlicher Förderung bedarf. Ich bin eine ruhige Person, und hatte immer sofort eine gute Beziehung zu Autisten. Zudem gibt es gute Methoden und ausgereifte Konzepte, um Fortschritte in der Förderung zu erzielen.

5) Kennen Sie einen Menschen, der von Autismus betroffen ist und ein abgeschlossenes Studium hat?
Nein, persönlich kenne ich keinen Autisten, der ein abgeschlossenes Studium hat oder studiert.

Sind die Familiensysteme von autistischen Kindern ähnlich den Familiensystemen von anderen Kindern mit Einschränkungen?
Ja sehr, das gesamte Familiensystem muss sich auf die Bedürfnisse einstellen. Häufig leiden Autisten auch unter stereotypen Handlungen, worunter die Familie leiden kann. Es kann sein, dass zur besseren Orientierung Piktogramme im Haushalt, an bestimmten Gegenständen, kleben. Viele Autisten lernen zudem spät sprechen oder gar nicht sprechen, was eine Herausforderung für die Familienmitglieder ist.

Kennen Sie eine Schule, in Berlin, die Inklusion für Autisten anbietet?
Nein, solche Schulen sind mir momentan nicht bekannt

Sie verreisen mit der Lebenshilfe FED und haben da immer andere Gruppenkonstellationen können Sie uns von besonderen Situationen aus diesem Kontext berichten?
Es finden Hausbesuche statt, wenn die vorab Informationen gut sind, kann man sich gut vorbereiten. Einmal wurde uns nicht mitgeteilt, dass ein Autist Angst vor Hunden hat und ist dann als wir einem Hund begegnet sind weggelaufen. Darauf hätten wir vorbereitet sein können, wenn wir die Information gehabt hätten.

Glauben sie daran, dass in Deutschland Inklusion möglich ist?
Ich bin der Meinung, bevor Gesetzte geschaffen werden, müssen die Grundlagen dafür geschaffen sein, dann kann meiner Meinung nach vieles umgesetzt werden, auch Inklusion mit Autisten, dies Bedarf eines guten Trainings und einer guten Vorbereitung mit Schulhelfern oder sozialen Gruppen.

Unser nächstes Treffen, organisiert von Artemisia e.V. in Zusammenarbeit mit AWO:

Wann: am Dienstag 2 April von 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr

Wo: AWO Begegnungszentrum, Adalbertstraße 23 10997 Berlin (2. Stock große Halle auf der linken Seite)

Verkehr Verbindung: U8-U1 Kottbusser Tor – Bus 140-M29

Das Treffen ist kostenlos, für jeden offen, auf Deutsch und in die italienische Sprache übersetzt.

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1 Kommentar

  1. […] Spektrums Störung und dem Asperger Syndrom ein. Hier ist das Interview mit Vanessa Thauer auf il Deutsch Italia, die über ihre beruflichen Erfahrungen auf diesem Gebiet sprechen […]

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