Domenico Monteforte - Un uomo senza poesia
Domenico Monteforte - Un uomo senza poesia
Domenico Monteforte

Domenico Monteforte

Pietrasanta ist eine kleine toskanische Stadt mit etwas mehr als 23.000 Einwohnern. Sie liegt an den Hängen der Apuanischen Alpen und ist nicht nur als Hauptstadt der Versilien bekannt, sondern auch als ein Ort, der schon immer ein Schmelztiegel von Künstlern, Schriftstellern und Dichtern war. Hier wurde beispielsweise Giosuè Carducci geboren und Igor Mitoraj, der polnischen Bildhauer, hat diese Stadt zu seiner Residenz erkoren. Sie ist auch heute noch der Lieblingsort von Fernando Botero, dem kolumbianischen Künstler, der für die ungewöhnliche Dehnung seiner Motive bekannt geworden war. In diesen Rahmen, zwischen Kunstwerken und großen Meistern, wurde der Maler Domenico Monteforte hinein geboren.

Domenico Monteforte

Domenico Monteforte – Tecnica mista su spartito e carta intelata

Seine besondere Leidenschaft für Kunst war eine schon fast unvermeidliche Folge des Einflusses seiner Umgebung. Aufgewachsen zwischen Giesswerken und Marmorverarbeitung wurde Monteforte von klein auf künstlerisch geprägt. Als Kind zog er mit seiner Familie nach Forte dei Marmi, einer Küstenstadt nur 6 Kilometer von Pietrasanta entfernt und eines der renommiertesten und berühmtesten Reiseziele der Versilia. „Das ist meine Heimat“, erzählte mir der Maler, als ich ihn in Berlin in der Galerie „Lacke & Farben“ in der Brunnenstraße (Mitte) traf. „Bei all den Fehlern, die sie haben mag, ist sie, mein Zuhause‘. Ich bin ganz besonders mit dem sehr hellen mediterranen Licht verbunden, das so sehr strahlt.“

Als drittes von vier Kindern einer Hausfrau und eines Maurers interessierte er sich nicht nur wegen der Orte, an denen er seine Kindheit verbrachte für Kunst, sondern auch wegen seiner Mutter, die ihn oft mit nach Rom nahm, um mit ihm Denkmäler und Museen zu besuchen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Kunstschule in Pietrasanta, die dort eine wichtige Tradition hat, schrieb er sich an einer der berühmtesten Akademien Italiens ein, wo er unter anderem von Bruno Munari unterrichtet wurde: Accademia delle Belle Arti di Carrara. Nach seinem Diplomabschluss (der, wie er hervorheben möchte, nicht gleichzusetzen ist mit dem heutigen Universitätsabschluss, der dort erworben werden kann), ging er zur Armee. Im Anschluss daran machte er Urlaub auf den Äolischen Inseln, bewaffnet mit Pinseln, um die Farben dieser Insel zu „stehlen“ und sie auf die Leinwand zu bringen. Als er Anfang des Sommers 1992 nach Hause zurückkehrte, wurde er mit diesen Arbeiten zu einer Gruppenausstellung eingeladen. Durch diese erweckte er die Aufmerksamkeit von Vittorio Sgarbi, der ihn persönlich kennenlernen wollte, nachdem er das besondere Licht erkannte, das Domenico in den von ihm gemalten Insellandschaften einfing. So wurde ein professioneller Maler geboren. „Die besten Dinge in meinem Leben sind passiert, ohne dass ich sie hätte kontrollieren können. Genau das war es, das mir die Kraft gegeben hat zu verstehen, dass Kunst meine Bestimmung war und dass es das war, was ich für den Rest meines Lebens tun wollte.“ Nach der Eröffnung eines kleinen Ateliers im Zentrum von Forte dei Marmi, das 22 Jahre lang betrieben wurde, begann er seine künstlerische Tätigkeit in vollem Umfang.

Domenico Monteforte

Domenico Monteforte – Campo viola

Charakteristisch für die Werke von Monteforte sind vor allem die Farben, die er erst nach den ersten Jahren auf der Oberschule für sich entdeckte, einer Zeit, in der er Zeichnen bevorzugte. Als er in der Akademie begann, entdeckte er die Magie der schillernden Töne dieses Werkzeugs, das im künstlerischen Bereich sehr schwer zu handhaben ist, aber eine Ausdruckskraft verleiht, die nur wenige andere Elemente dem Auge des Betrachters verleihen können. Die Landschaft war das ideale Medium, dass absolut dafür geeignet ist, um alle Farbtöne fast schon „explodieren“ zu lassen. Welch ein schöner Vorwand, um diese Kunst dem Publikum näher zu bringen. Monteforte’s Gemälde beschreiben wunderschöne Orte der Toskana, aber es handelt sich dabei nicht um „en plein air“ Gemälde, wie sie zum Beispiel bei Monet zu finden sind. In diesem Fall sind es Landschaften der Seele, des Inneren, um die eigene Stimmung mittels eines Pinselstriches zu erzählen. „Wenn man sich meine Gemälde ansieht, ist es mir persönlich nicht wichtig, ob der Betrachter diese bestimmte Kiefer oder dieses bestimmte Bauernhaus erkennt. Für mich zählt, dass verstanden wird, dass das, was er sieht, die Toskana ist, auch wenn sie es nicht ist. Da fällt mir Magritte ein, die eine Pfeife malte und darunterschrieb ,Ceci n’est pas une pipe‘. Die Malerei ist keine Realität, sondern nur Illusion. Wenn ich etwas male, das im Betrachter eine Emotion auslöst und wenn diese Emotion dem nahekommt, was ich tatsächlich ausdrücken wollte, dann habe ich mein Ziel erreicht“, erklärt uns der Maler aus Versilia.

Laut Monteforte sind Malerei und Musik, vor allem die Oper, das perfekte Tandem. Jede Farbe kann mit einem Ton assoziiert werden, weshalb ein trauriger Gemütszustand mit einem tiefen musikalischen Ton assoziiert werden kann, der bis tief in die Magengegend reicht. Mit einem Farbton wie Blau oder Violett hingegen ist es möglich, Dunkelheit zu vermitteln. Dem gegenüber stehen Farben wie Gelb, Grün oder Rot, die man mit einem ruhigen Gemütszustand assoziiert, weil sie leuchtender und heller sind, so wie ein schriller Ton.

Domenico Monteforte

Domenico Monteforte – Toscana

Ein Künstler, insbesondere ein Maler, ist so etwas wie ein Koch. Wenn ein Koch ein Gericht verkostet, isst er nicht den ganzen Teller leer, sondern er kostet die einzelnen Zutaten. So machen es auch Kunstliebhaber.“, betont er als Maler mit einer „klassischen“ Ausbildung. Alles, was modisch ist, steht im krassen Gegensatz zur Kunst, doch laut Monteforte ernährt sich der Markt leider genau davon. „Heutzutage ist Kunst einfach zu oberflächlich geworden, denn heute sind Modekünstler im Trend. Es gibt keinen De Chirico, Matisse oder Magritte mehr zu sehen. Es gibt Künstler, die mit Provokationen und Gesten arbeiten. Das sind jedoch alles Dinge, die wir schon einmal gesehen haben. Wir alle können singen, ich sogar richtig gut unter der Dusche. Aber das macht mich noch lange nicht zu einem Sänger. In uns allen existiert ein Sinn für Schönheit und Ästhetik. Ihn jedoch auf den höchsten Gipfel zu treiben, das ist etwas ganz anderes.“ Seine Lieblingskünstler sind neben den Klassikern die Moderneren Picasso und Modigliani. Letzterer war ein „noch unentdecktes Talent, das eine wichtige Säule des 20. Jahrhunderts geworden wäre, wenn er uns nicht so früh genommen worden wäre“. Aus der zeitgenössischen Kunst bevorzugt er den Maler Andrea Martinelli aus Prato und die landschaftsverbundenen italienischen expressionistischen Maler Ennio Morlotti und Renato Birolli.

Domenico Monteforte hat die Farben Südeuropas, Italiens und seiner Heimatstadt nach Berlin mitgebracht. In Camaiore, einer Stadt in den Apuanischen Alpen, hat er eine neue Galerie eröffnen, in der man seine Kunstwerke bewundern kann. Sein vermutlich schönstes Werk hat er mit seiner Partnerin Federica kreiert, das in warmen Sommerfarben schon voller Vorfreude erwartet wird. Es werden mit Sicherheit die intensivsten Farben sein, die je aus seiner Seele geflossen sind.

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