Pizza Schule 03 © Umberto Napolitano
Pizza Schule © Umberto Napolitano

Es ist vielleicht, neben der Pasta, das berühmteste und beliebteste italienische Gericht der Welt und seit Dezember 2017 ist es sogar als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt: wir sprechen über die Pizza. Es gibt keinen Ort auf dieser Welt, an dem sie nicht zum täglichen Brot gehört und Deutschland bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Unsere italienischen Landsleute, die „Magliari“, die durch den Film von Francesco Rosi berühmt wurden, brachten sie in den 1950ger Jahren in die Bundesrepublik. Das war noch zu Zeiten, bevor Deutschland durch die Mauer geteilt wurde. Sie selbst waren Süditaliener und waren entweder Pizzabäcker und Gastronomen oder improvisierten irgendwas, um anderen Italienern das Essen zu bringen. Die Geschichtsschreibung erzählt, so erinnert sich Luciano Barile in seinem Buch „Viva la pasta! La marcia trionfale di ‚spaghetti & Co.‘“ (deutsch: Es lebe die Pasta! Der Triumphzug von Spaghetti & Co.), dass die erste Pizzeria mit dem eindrucksvollen Namen “Pizzeria Capri” im Jahr 1952 von einem gewissen Nicolino di Camillo in Würzburg eröffnet wurde.

Pizza Schule © Umberto Napolitano

Pizza Schule © Umberto Napolitano

Seitdem ist sehr viel Zeit vergangen und die italienische Gastronomie ist weitergewachsen, sowohl in der Quantität der Restaurants und Pizzerien, als auch in der Qualität. Auch improvisieren Pizzabäcker heute nicht mehr, sondern sie absolvieren eine anerkannte Ausbildung. Das hebt auch Umberto Napolitano hervor, der Präsident der Pizza Nationalmannschaft Deutschland und Gründer der „Pizza Schule“. Der ersten Schule auf deutschen Boden, in der gelernt werden kann, wie Pizza gemacht wird. Sie ist in vier Städten zu finden: Berlin (in der „Metro„, Grünauer Str. 5, 12529 Schönefeld), in Köln ( bei „La Serenissima„, Neusser Landstraße 13, 50769), in Bad Wimpfen ( Frießinger Mühle GmbH, Brühlstraße 13, 74206) und in München („Roma Gastro“, Aberlestraße 3, 81371).

Pizza Schule © Umberto Napolitano

Pizza Schule © Umberto Napolitano

Geboren in Ariano Irpino, in der Provinz Avellino, zog seiner Familie später mit Napolitano in den Norden nach Modena, wo er in die Fußstapfen seines Bruders Ettore trat und sich für die Kunst der Pizzabereitung begeisterte. Im Jahr 1992 nahm er am Kurs für „Pizza Acrobatica“ (Pizza Akrobatik) im Asso Pizza Club Modena teil und gewann seitdem zahlreiche Preise bei internationalen Wettbewerben in diesem ganz speziellen Fachgebiet. Im Jahr 2002 entschied er sich, nach Deutschland zu ziehen, wo er in Köln für eine der größten deutschen Fabriken arbeitete. Diese Erfahrung sorgte dafür, dass er das Interesse der Deutschen für die Pizza besser verstand und so kam ihm die Idee, im Jahr 2005 die „italienische Pizza Akademie“ und später „Die Pizza Schule“ zu gründen. Er erzählt gerne davon, dass er entschied, seine Leidenschaft für die Arbeit zu verbreiten und die wahre Kultur der Pizza und der italienischen Küche bekannt werden zu lassen“. Er organisierte auf der größten italienischen Messe für Gastronomie in Stuttgart, der „Mondo Italia“, erst die „Pizza Meisterschaften und dann die „Pizza Weltmeisterschaften im Paar“.

Pizza Schule © Umberto Napolitano

Pizza Schule © Umberto Napolitano

Umberto Napolitano arbeitet aufgrund seiner Erfahrung mit mehreren großen Unternehmen zusammen, die er bei der Herstellung von zertifizierten Produkten für Pizza mit seinem Wissen unterstützt. Außerdem ist er Berater für mehrere Restaurantketten wie „Vapiano“, „Scoozi“, „Kannelloni“, „Café Extrablatt“, „Ciao Bella“ und vielen anderen. Die „Pizza Schule“ arbeitet mit verschiedenen italienischen Produzenten von Pizzarohstoffen (wie z.B.  Cannone, Valcolatte oder Goglio) und mit einer deutschen Firma (Frießinger Mühlen GmbH) zusammen, damit das für den Teig notwendige Mehl auch wirklich passt.  Alle Lieferanten produzieren im Auftrag der Schule von Napolitano Spezialprodukte, die in Deutschland mit der Marke des italienisch-deutschen Unternehmens vermarktet werden.

Pizza Schule © Umberto Napolitano

Pizza Schule © Umberto Napolitano

Das, was ich bei meiner Ankunft in Deutschland vorgefunden habe“, sagt Umberto Napolitano, „war und ist immer noch dasselbe: Italienische Pizzabäcker, die improvisieren oder die Pizza auf ihre eigene Art herstellen, nur um den deutschen Kunden zu gefallen. Aber das ist nicht in Ordnung. Der Geschmack der deutschen Kunden ist der, an den sie von dem gewöhnt werden, der das Nahrungsmittel zubereitet.“ Genau! Denn gerade der Geschmack verfeinert sich im Laufe der Zeit und die Arbeit von Napolitano und seinem Team beweisen es jeden Tag aufs Neue. Sie organisieren Seminare für diejenigen, die in der Branche schon ganz oder zumindest teilweise mit einem Fuß stehen und die lernen wollen, wie man Pizza richtig zubereitet: mit dem richtigen Teig, dem richtigen Mehl und der richtigen Dosis an Feuchtigkeit oder wie der Ofen richtig benutzt wird, der ganz bestimmte Eigenschaften und Temperaturen haben muss. Und sie lernen die entsprechenden Zutaten zu verwenden (die nicht alle gleich sind und daher auch nicht dieselben Ergebnisse erzielen).

Sie werden auch bei der 9. Deutschen Pizza Meisterschaft in Berlin dabei sein. Neben der Qualität des Produkts werden sich alle – Italiener wie Deutsche – davon überzeugen können, dass die Pizza mehr ist als ein berühmtes Wort mit fünf Buchstaben: sie ist die Frucht von Leidenschaft und kulinarischem Wissen, das von sehr weit herkommt.

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Akrobatik Pizzabäcker

© Youtube Pizza-Schule

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