Der Anhalterreichsbahnbunker, auch bekannt unter den Namen Anhalterhofbunker oder ab 1996 Berliner Gruselkabinett, dokumentiert einen wichtigen Teil deutscher Geschichte.

Bunker nahe des Anhalter Bahnhofs wurde 1941 als einer von 1000 Bunkern in Berlin innerhalb von 10 Monaten aus dem Boden gestampft und sollte 3500 Menschen während des Zweiten Weltkriegs Schutz bieten.

Vom Anhalter Bahnhof aus gelangten die Schutzsuchenden durch einen Tunnelanschluss über große Treppenhäuser in eine der 700 m² großen Etagen des Bunkers.

Bunker_2UG_2_ridimensionareFünf Etagen, von denen sich zweit unterirdisch und drei überirdisch befanden, sollten nur einem Prozent der Berliner Bevölkerung Schutz bieten- und das auch nur dem ausgewählten Bevölkerungsteil der „wichtigsten arischen Deutschen“, die am Anhalter Bahnhof verkehrten.

Die Realität während des Krieges sah jedoch anders aus: Etwa 12000 Menschen suchten in dem Anhalterreichsbahnbunker Schutz. Mit vier bis fünf Personen pro Quadratmeter wurde während Ende des Zweiten Weltkrieges bis zu einer Woche in dem Bunker verweilt.

Ohne Versorgung mit Essen und Trinken, -es sei denn, jemand traute sich draußen die Wasserpumpe zu betätigen- ohne funktionierende Sanitäranlagen, geringer Lüftung und mit nur minimaler Beleuchtung, wurde gegen Ende des Krieges bis zu sieben Tagen im Bunker ausgeharrt.

Als dann gegen Ende des Krieges der Diesel ausging, waren auch Licht und Luftzirkulation eingestellt und die Menschen waren gezwungen bei 40- 50 Grad Celsius die Zeit im Bunker zu überstehen.

Doch erfüllte der Bunker seine Funktion. Die 7000 Kubikmeter verbauter Stahlbeton vergleichbar mit dem Material für 200 Reihenhäuser- hielten mehreren Streifschüssen sowie einem Volltreffer auf das Dach stand. Nur 1, 5 Meter des 3,5 Meter dicken Dachs wurden von der Bomber beschädigt und die Menschen im Bunker blieben unversehrt.

Gegen Ende des Krieges sprengt die Waffen SS dann die Wand zwischen S-Bahn Tunnel und Spree, so dass das S-Bahnsystem geflutet wurde und der Bunker einen Meter mit Wasser vollief.

Als man dieses 1946 wieder abpumpte, fand man Abdrücke von Löffeln und Dosen auf dem Boden.HB_15

Nach Ende des Krieges diente der Bunker als Nachtasyl, war jedoch Treffpunkt für Kleinkriminelle, die sich dort trafen, ihre Beute verglichen und dann nachts wieder auf Streifzug gingen.

Nach der Berlinblokade fungierte der Bunker als Teil der Senatskonserven. Eine kleine Erinnerung an die Geschichte wurde letztes Jahr- in Form von 200 ordentlich verpackten Konservedosen, die 1993 bereits abgelaufen waren- gefunden.

Im Jahr 1994 wurde der Bunker ausgebaut und mit Strom, Licht, Erdwärme, Telefon etc. ausgestattet.

Es dauerte zwei Jahre, bis die drei mittleren Etagen für Besucher zugänglich gemacht werden konnten. Mittlerweile dient der Bunker als Museum deutscher Geschichte.

Diesen Sommer sollen dem Besucher weitere 1600 m² der obersten und untersten Etage des Bunkers geöffnet werden.

Das Berliner Bunkermuseum soll heutzutage einen niedrigschwelligen Einstieg in die Berlingeschichte vermitteln. Gleichzeitig sind die Intentionen der Musumsbetreiber, das Gebäude als Mahnmal zu erhalten, welches unter anderem an die polnischen Zwangsarbeiter, die mit 150-200 Personen gleichzeitig am Bau des Bunkers gearbeitet haben, erinnert.

Speziellen jungen Leuten, denen der Bezug zu den Lebensbedingungen während des Zweiten Weltkriegs abhanden kommt, will das Museum die Geschichte des Anhalterreichsbahnbunkers vermitteln.

Um das Thema der letzten Tage des Reichs und Hitlers weiter zu vertiefen, empfehlen wir die Lektuere der Buecher Hitlers Ende von Sven Felix Kellerhoff und Adolf Hitler von Armin Fuher.

Für weitere Informationen: http://www.berlinstory-verlag.de/
http://www.berlinstory-bunker.de/der-bunker/preise-oeffnungszeiten
anfahrt

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