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Zeit

Zeit

Zeit ist eine Konvention. Und nicht mal eine besonders exakte oder logische. Im Jahr 1582 trat endlich der gregorianische Kalender in Kraft, da sich im Laufe der Jahrhunderte die Ungenauigkeiten des julianischen Kalenders nicht mehr vertuschen ließen. Damit Ostern nicht irgendwann im Sommer stattfand, machte Papst Gregor XIII kurzen Prozess und dekretierte, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober Freitag, der 15. zu folgen hatte. Zehn Tage wurden verschluckt, aber die postulierte Ordnung war wieder hergestellt.

Castelfranco © Barbara de Mars

Castelfranco © Barbara de Mars

In Italien gehen die Uhren anders. Das ist nicht nur so dahin gesagt, sondern war tatsächlich lange der Fall. Es gab die “italische Zeit” im Gegensatz zur “französischen” nördlich der Alpen. Bei den Italienern endete der Tag mit dem Sonnenuntergang, der 24. Stunde. Bei Dunkelheit brach der nächste Tag an. Alles war auf die Sonne ausgerichtet. In Deutschland ist die Sonne unter dichtem Nebel und Wolken ja nun wenig präsent und deshalb wurde der Mittag der wichtigste Bezugspunkt und um Mitternacht wendete sich der Zeiger zum neuen Tag, was sehr abstrakt und theoretisch ist. Freilich hatten die Italiener die Schwierigkeit, dass im Sommer die Tage länger waren und die mechanischen Uhren dementsprechend regelmäßig angepasst werden mussten. Der Tag atmete, aber das menschliche Empfinden von Zeit ist ja auch nicht konstant. Bei Sonnenuhren sind diese Überlegungen natürlich überflüssig.

Zeit

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Die “Harmonisierung” lokaler Unterschiede hat nicht erst mit dem Euro begonnen, sondern die europaweite Vereinheitlichung der Zeit zwang den Italienern bereits im 18. Jahrhundert nordisches Empfinden auf. Und wieder einmal hat Goethe in seinem Aufsatz vom “Stundenmass der Italiener”,  1788 in Wielands “Teutschem Merkur” veröffentlicht, etwas Kluges gesagt: “Man würde dem Volck sehr viel nehmen wenn man ihm den deutschen Zeiger aufzwänge, oder vielmehr man kann und soll dem Volck nichts nehmen was so intrinsec mit seiner Natur verwebt ist (…)”. Die Worte des großen Meisters waren allerdings längst in den Wind gesprochen. Florenz zum Beispiel hatte die französische Zeitrechnung schon 1749 übernommen, was sich nicht nur auf das Stundenmaß beschränkte. Auch das Neujahr wurde auf den 1. Januar festgelegt. Bis dahin hatte das Florentiner Neujahr am 25. März begonnen.

Man merkt es trotzdem noch, dass die Uhren in Italien anders gehen und es – noch – Raum für persönliche Einschätzung gibt: “Buongiorno” (Guten Tag) heißt es in Mittel- bis Süditalien bis mittags und ab 13 Uhr “Buonasera” (guten Abend). Im Norden sind sie generell vorsichtiger und wünschen erst ab ca. 16 oder 17 Uhr “Buonasera”. Aber wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann demnächst eine EU-Richtlinie zur einheitlichen Anwendung von Grußformeln?

www.florenz-toskana-tipps.de

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In Italien gehen die Uhren anders

© Youtube Barbara de Mars

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