VillaMelzi © Franco Papetti

VillaMelzi © Franco Papetti

Einer der vielen Gründe, weshalb wir Italiener mit stolzem Haupt durch die Welt ziehen können, ist sicher unser Reichtum an schöner Architektur und Landschaft, zwei unserer Aushängeschilder. Dies wird im Jahr 2003 den Architekten Leandro Mastria inspiriert haben, der mit zwei seiner sehr guten Mitarbeiterinnen eine schöne Aktion ins Leben gerufen hat (die ähnlich bereits in den USA existierte), die unser Land aufwertet: Den Preis Il Parco più bello d’Italia .

Die Veranstaltung fand in diesem Jahr zum 14. Mal statt und prämiert die schönsten Grüngebiete Italiens. Jedes Jahr legt eine Jury aus Experten und Fachkräften aus diesem Bereich eine Liste von 10 Teilnehmern fest, aus der ein Gewinner gewählt wird. Folgende Kriterien werden zugrunde gelegt: Kunstgeschichte, Landschaft, Erhaltung und Führung der Parks.

Seit 2013, anlässlich des 10. Jubiläums der Veranstaltung, wurden zwei unterschiedliche Preise eingeführt für öffentliche und private Parks. Im vergangenen Jahr kam noch eine Umfrage unter den Freunden der Facebook-Seite hinzu, die ihre Präferenzen bezüglich der 10 auserwählten Parks zum Ausdruck bringen konnten.

Villa Litta © Fotoclub FotoinFuga

Villa Litta © Fotoclub FotoinFuga

Die Gewinner dieses Jahres sind der Giardino di Villa Melzi d’Eril am Comer See, ein Garten, der unter der hochqualifizierten Führung der Eigentümerfamilie Gallarati Scotti gepflegt wird, und die Villa Borromeo Visconti Litta, ein wahres Zentrum der Kultur und Botanik, das durch die Leistung der Stadtverwaltung der Comune di Lainate wieder in vollem Glanz erstrahlt.

In der Umgebung von Mailand stoßen wir in Lainate auf die Villa Visconti Borromeo Litta, eine der beeindruckendsten Residenzen in der Lombardei, mit einem Garten aus dem späten 16. Jahrhundert, der im 17. Jahrhundert im Stil angepasst wurde, sowie auf ein Nymphäum, reich verziert mit Mosaiken, Stuck, Malerei und Wasserspielen. Hier wurden die wertvollen Sammlungen des Eigentümers der Villa, Graf Pirro I., ausgestellt. Es handelt sich um ein einzigartiges Kunstwerk seiner Art. Seit 1971 ist die Villa Eigentum der Stadtverwaltung Comune di Lainate, die verschiedene Restaurierungsarbeiten unterstützt hat, darunter auch die Herstellung der Orchideen-Gewächshäuser aus dem 19. Jahrhundert, die gerade eingeweiht wurden. Die Villa ist ein gelungenes Beispiel an Wiederaufwertung eines öffentlichen Guts unter Einbindung von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Fontana galatea © Claudio Lepri

Fontana galatea © Claudio Lepri

Im lombardischen Bellaggio am Comer See befindet sich der bezaubernde Landschaftsgarten der Villa Melzi d’Erilcon, den der Architekt Luigi Canonica und der Agronom Luigi Villoresi im beginnenden 19. Jahrhundert ausgearbeitet haben. Die Vegetation mit jahrhundertealten und exotischen Pflanzen schafft eine romantische Atmosphäre, die schon viele berühmte Persönlichkeiten wie den Schrifsteller Stendhal oder den Musiker Liszt inspiriert haben. Ein Hauch von Romantik geht von den über die Wiesen und kleinen Hügel verteilten großen Rhododendron- und Azaleenbüschen aus, die bis zum idyllischen kleinen orientalischen See wachsen. Der See ist von japanischem Ahorn umgeben, der in seiner Art so wertvoll und vielfältig ist, dass es sich bei diesem Garten wahrhaft um eine Besonderheit in der Gegend des Comer Sees handelt.

Das Magazin Il Deutsch-Italia hat bei der diesjährigen Veranstaltung dabei sein und Sie über die Prämierung auf dem Laufenden teilgenommen. Wer selbst teilnehmen oder einfach die Parks anschließend besuchen möchte, kann die entsprechenden Informationen den jeweiligen Webseiten entnehmen.

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Villa Medici in Roma, Gewinnerin in der Rubrik Öffentliche Parks im Jahr 2015

Übersetzung von Anette Rietz