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© Barbara de Mars

Leonardo da Vinci war ein Meister der von ihm erfundenen Maltechnik des “Sfumato. Umrisse werden derart weich, “verraucht” oder verschwommen gezeichnet, dass sie geheimnisvoll bleiben und vieldeutig interpretiert werden können. Lächelt die Mona Lisa den Betrachter nun an oder aus? Wahrscheinlich sitzt der maestro irgendwo auf einer Kumuluswolke und lacht sich amüsiert ins Fäustchen, wie die Welt sich immer noch an Erklärungsversuchen abarbeitet. Die Wahrheit kannte nur Leonardo und liebte das Spiel mit dem Ungewissen.

Auch mein Bäcker Federico besitzt diese nicht erlernbare Fähigkeit, in der Zwischenwelt dessen was ist oder zumindest sein könnte mit absoluter Selbstsicherheit zu navigieren. Jedes Mal bin ich aufs Neue erstaunt, wenn er den Kunden fragt:”Wie möchten Sie Ihr Brot denn, wenig gebacken oder mit kross gebräunter Kruste?” Der Kunde, der die unglaublichen Fähigkeiten des Bäckers genau kennt, antwortet für gewöhnlich:”Il giusto. (Genau richtig.) Was der richtige Backgrad ist, darüber scheint ein geheimes Einverständnis zwischen Kunden und Bäcker zu bestehen, denn letzterer greift ohne zu Zögern aus dem geschichteten Haufen an Brotlaibern genau den einen heraus, der für diesen Kunden “giusto” (richtig) ist. Die Entscheidung des Bäckers wurde nach meinem Kenntnisstand niemals angefochten.

Die gleiche Gabe hat natürlich auch mein Metzger Gianni, wenn es darum geht, wie viele Zentimeter hoch die “bistecca” zu sein hat. Da sind wir Nordlichter hoffnungslos hinterher und hangeln uns mühsam an den vermeintlich logischen und konkreten, messbaren und nachprüfbaren Details des Alltags entlang, die das Leben oft fad und beliebig schmecken lassen. Denn der “gusto”, der Geschmack liegt ja gerade in der Unschärfe des nicht Definierten. Und so antworte ich denn mit  nonchalanter Selbstverständlichkeit auf die verschiedensten Fragen einfach mit einem “il giusto” und lege damit den Ausgang der Angelegenheit getrost in die Hände des Gegenübers. Schon sind wir Komplizen eines Geheimnisses, das nur wir beide kennen.

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Barbara de Mars: www.florenz-toskana-tipps.de

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